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Einfluss der Ernährung auf Schmerzen: Alles zu Angebot, Ablauf und Kosten einer ernährungstherapeutischen Behandlung finden Sie im Reiter >> Angebot.

2) Proteine – „Die Allrounder“ – Einfluss der Ernährung auf Schmerzen

Proteine sind generell aus verschiedenen Aminosäuren zusammengesetzt, wovon 8 sogenannte essentielle Aminosäuren sind, also lebensnotwendige Aminosäuren. Das bedeutet sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da der menschliche Organismus diese nicht selbst herstellen kann.

 

Welche Rolle spielen Proteinen beim Einfluss der Ernährung auf Schmerzen?

Proteine (= Eiweiß) in unterschiedlicher Form sind an zahlreichen, verschiedensten Funktionen im Körper beteiligt. Ein Drittel der Proteinmasse von Wirbeltieren, wozu der Mensch zählt, macht das Strukturprotein Kollagen aus. Es ist damit deren häufigstes Eiweiß.

Auch Fasziengewebe besteht zum Großteil aus Kollagen und benötigt entsprechend ausreichend hochwertiges Eiweiß. Unsere Muskeln benötigen ebenfalls Proteine, um sich zusammenziehen und wieder entspannen zu können.

Weiterhin werden Proteine insbesondere zur Enzymherstellung für verschiedenste Aufgaben und als Antikörper (Immunglobuline) des Immunsystems benötigt.

In Letzterem liegt jedoch auch häufig ein Problem.

Viele Menschen reagieren heutzutage mit der Bildung von Immunglobulinen (v.a. IgE und IgG) auf Nahrungsmittel. Die über IgG vermittelte Reaktion tritt erst bis zu 3 Tagen verzögert auf. Sie kann durch Entzündungsreaktionen von Verdauungsbeschwerden über Migräne bis hin zu Gelenkschmerzen unterschiedlichste Symptome hervorrufen. Diese werden dann üblicherweise nicht mehr auf ein bestimmtes Lebensmittel zurückgeführt.

Daher ist es sinnvoll, einmal die hauptsächlich gegessenen Lebensmittel auf solch eine IgG-Spätreaktion des persönlichen Immunsystems zu testen.

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Wieviel Protein am Tag brauche ich?

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) werden 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Dies ist ein Richtwert. Wer regelmäßig körperlich belastende Arbeit verrichtet oder sportlich trainiert, muss seine Eiweißaufnahme dementsprechend anpassen.

Aber Achtung! Eine dauerhaft zu hohe Proteinzufuhr kann die Nieren überlasten, das Gewebe übersäuern, zu kleinsten Entzündungen führen und insbesondere in Kombination mit kurzkettigen Kohlenhydraten das Fasziengewebe verkleben.

Eine oft überhöhte Zufuhr an insbesondere tierischen Proteinen, die im Stoffwechsel zu Harnsäure abgebaut werden, ist einer der wichtigen Gründe, warum gerade auch Leistungssportler häufig Probleme am Bewegungsapparat bekommen. Im Säureüberschuss gebildete Harnsäurekristalle lagern sich dann in Gelenken ab und entzünden sich – der Teufelskreis nimmt seinen Lauf.

 

Sind alle Proteine und Aminosäuren gut für mein Muskel-Faszien-Gewebe?

Es ist wichtig zu wissen, dass Protein nicht gleich Protein ist. Wie so oft kommt es nicht vorrangig auf die Menge an, sondern vielmehr darauf, wie viel unser Körper von der zugeführten Nahrung effektiv verwerten kann. Daher spricht man auch von hochwertigen Proteinen oder Aminosäuren.

Zu den für das Muskel-Faszien-Gewebe wichtigen Aminosäuren zählen Arginin, Glycin, Prolin, Lysin, Cystein und Methionin.

Häufig werde ich von Vegetariern und Veganern nach Empfehlungen zur pflanzlichen Nahrungsergänzung von hochwertigen Proteinen gefragt. Kurz und knapp: ich empfehle das gesprosste Proteinpulver von Alpha Foods.

Ein kurzes Wort sei hier auch zu dem Getreidekleber Gluten gesagt (nicht zu verwechseln mit dem Geschmacksverstärker Glutamat in vielen Fertigprodukten). Denn das ist ein wichtiger Punkt beim Einfluss der Ernährung auf Schmerzen.

Gluten ist ein Eiweiß, das in so gut wie allen üblichen, überzüchteten Getreidesorten (z.B. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel) und deren Erzeugnissen vorkommt. Durch den bei uns üblichen übermäßigen Verzehr von Mehlwaren führt Gluten häufig zu entzündlichen Schäden der Darmschleimhaut und Resorptionsstörungen.

Es kann dadurch nicht nur zu Verdauungsirritationen, Mangel wichtiger Vitalstoffe und Autoimmunerkrankungen kommen. Hier sieht man auch den Einfluss der Ernährung auf Schmerzen. Denn über Entzündungen und verschiedene Schritte in unserem Verdauungstrakt kann es auch zu schmerzhaften Verklebungen im Muskel-Fasziengewebe durch Übersäuerung und Ablagerung von Schlacken kommen (siehe auch Teil 4 Säure-Basen-Haushalt dieser Beitragsserie).

PRAXIS-TIPP 2:

  • Vor allem abends proteinreiche Lebensmittel vorzuziehen. Damit stehen unserem Körper dann die notwendigen Aminosäuren für Regenerations- und Reparationsvorgänge während der Nacht zur Verfügung.
  • Alle tierischen Eiweiße wie z.B. in Fisch, Fleisch, Eier, Milch, Käse sind hochwertig, besonders bei artgerechter Weidehaltung. In der Kombination mit Gemüse, Mandeln, roten Linsen und Bohnen, die zwar weniger hochwertige Aminosäuren enthalten, dafür jedoch oft leichter verdaulich sind, optimal.
  • Im Vergleich zu Kuhmilch sind Produkte aus Ziegenmilch meist besser verträglich. Das liegt an ihrer Zusammensetzung bzgl. der Milcheiweiße und Laktose. Weitere Alternativen sind beispielsweise Schafsmilch und natürlich Pflanzenmilch aus Mandel, Hafer, Reis, Soja, Kokos etc.
  • Glutenfreie Getreidearten werden unter Kohlenhydrate im Praxis-Tipp in Teil 3 Kohlenhydrate der Beitragsserie genannt. Diese können die gängigen überzüchteten Getreidesorten in Ihrem Speise-, Koch- und Backplan ersetzen.


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> Lesen Sie weiter bei Teil 3

Teil 1 – Einleitung und Wasser
Teil 2 – Proteine
Teil 3 – Kohlenhydrate
Teil 4 – Säure-Basen-Haushalt
Teil 5 – Mikronährstoffe und Fazit