Hat unsere Ernährung Einfluss auf Schmerzen? Teil 4: Säure-Basen-Haushalt

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4) Säure-Basen-Haushalt – „Das Gleichgewicht macht’s“
Unser Körper braucht, je nach Bereich, eine saure oder basische Umgebung, um optimal zu funktionieren. Muskeln und Faszie gehören zu den Geweben des Körpers, die ein nur leicht saures bis basisches Milieu benötigen.

Durch zu viel sauer wirkende Lebensmittel kann es zur Übersäuerung dieser Gewebe kommen, der durch einen ausgleichenden Mechanismus unseres Körpers entgegengewirkt wird, indem er die Säuren mit basisch wirkenden Mineralstoffen wie z.B. Calcium, Magnesium neutralisiert. Die Endprodukte sind Schlacken, die bei andauernder Übersäuerung aufgrund der Menge nicht mehr über die Entgiftungsorgane ausgeschieden werden können, sich im Muskel-Faszien-Gewebe ansammeln, diese „verkleben“ und somit häufige Gründe für Schmerzen und Funktionseinschränkungen sind.
Häufiges Training im anaeroben Bereich (Entwicklung von Milchsäure) kann den Zustand noch verschärfen.

Wissenschaftler nehmen zudem an, dass die Proteoglycane im Fasziennetz auch unmittelbar durch die saure Umgebung ihre Wasserbindungsfähigkeit verlieren und damit ihre Elastizität einbüßen.

Durch den heutigen Anspruch auf ständige, saisonunabhängige Verfügbarkeit fast aller Nahrungsmittel, damit verbundener Überzüchtung und ausgelaugter Böden, kombiniert mit unserer schnellen Lebensweise, nehmen wir deutlich mehr sauer als basisch wirkende Lebensmittel sowie zu wenig Mineralstoffe zu uns.
Bei ungenügender Zufuhr der Mineralstoffe holt sich unser Körper diese aus anderen Geweben (z.B. Knochen), was zu Mangelerscheinungen führen kann.

Zudem verstärkt eine Übersäuerung häufig latent ablaufende Entzündungsprozesse, die ihrerseits ein saures Milieu erzeugen. So kann eine chronische Übersäuerung im Laufe der Zeit zu weiteren chronischen Erkrankungen und Schmerzzuständen führen.

Nicht alle sauer wirkenden Nahrungsmittel sind generell ungesund und schlecht. Neben den ungesunden gibt es auch gesunde Säurebildner (siehe Praxis-Tipp 4), die zum einen weniger stark sauer wirken und zum anderen zusätzlich ausgleichende gesunde Wirkungen haben.
Wie immer kommt es eben auf die Menge sowie die anderen Nahrungsbestandteile an.

PRAXIS-TIPP 4:

  • Wenn ein Nahrungsmittel sauer schmeckt, sagt dies erstmal nichts darüber aus, ob es nach Verstoffwechslung im Körper sauer oder basisch wirkt.
  • Reduzieren Sie ungesunde sauer wirkende Lebensmittel (s. Auflistung unten) und ersetzen bzw. kombinieren Sie diese möglichst mit basisch wirkenden, die neutralisierend sind und für das nötige Gleichgewicht sorgen. Vom Ernährungswissenschaftler und Nobelpreisträger Ragnar Berg wurde bereits um 1900 ein Verhältnis von sauer zu basisch wirkenden Lebensmitteln von 20:80 empfohlen.
  • Folgend sind zur Orientierung einige Lebensmittelgruppen der verschiedenen Kategorien aufgeführt:

– Basisch wirkend: die meisten Salate, Gemüse, Kräuter, Obstsorten wie beispielsweise Beeren, Aprikose, Ananas, Honigmelone und stilles Mineralwasser, Kräutertee
– Gesund sauer wirkend: glutenfreie /-arme Getreidesorten (z.B. Bio-Mais, Naturreis, Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa), biologische tierische Produkte, Hülsenfrüchte (v.a. Bohnen, Linsen, Kichererbsen), Nüsse
– Ungesund sauer wirkend: stark verarbeitete und zuckerhaltige Lebensmittel, glutenhaltige Getreideerzeugnisse, Milchprodukte, tierische Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke.

Persönliche Empfehlung:
Erst kürzlich habe ich den Internetshop Basital.de entdeckt, der neben anderen basischen Produkten (Tee, Körperpflege etc.) eine basische Frühstücksvariante Namens „MorgenStund“ anbietet. Hirse, Buchweizen, Amaranth sowie Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und Mandeln bilden eine sinnvolle, relativ geschmacksneutrale Basis, die zu Hause z.B. mit frischen Beeren verfeinert werden kann. Alle Produkte sind zudem gluten-, laktose- und zuckerzusatzfrei sowie aus biologischem Anbau.


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Teil 1 – Einleitung und Wasser
Teil 2 – Proteine
Teil 3 – Kohlenhydrate
Teil 4 – Säure-Basen-Haushalt
Teil 5 – Mikronährstoffe und Fazit

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